Drei Tage KI-Verordnung: Was sich seit Sonntag verändert hat

Drei Tage KI-Verordnung: Was sich seit Sonntag verändert hat

August 5, 2026
Der Aufschub, den kaum jemand verstanden hat
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Seit Sonntag gilt sie also, die neue Stufe der KI-Verordnung. Drei Wochen lang haben wir in dieser Serie darauf hingearbeitet. Wir blicken zurück.

Am Montagmorgen stand mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit kein Prüfer vor Deiner Tür. Die Abmahnwelle ist ausgeblieben. Verändert hat sich trotzdem einiges, nur leiser, als die Schlagzeilen der vergangenen Monate erwarten ließen.

Der Aha-Effekt: Aus einem Termin wird Tagesgeschäft

Monatelang haben auf den 2. August geschaut. Jetzt liegt das Datum hinter uns. Bisher war die Transparenzpflicht ein Termin im Kalender, ab sofort gilt sie jeden Tag neu, für jeden Chatbot, der auf Deiner Seite dazukommt, und für jede Kampagne, die Du startest.

Drei Dinge, die seit Sonntag anders sind

Die Bundesnetzagentur hat die KI-Aufsicht übernommen: Seit dem Wochenende ist sie die zentrale Anlaufstelle für alle Fragen zur KI-Verordnung. In der Berichterstattung ging ein Angebot unter, das für Dich vermutlich nützlicher ist als die Kontrollfunktion. Die Behörde betreibt jetzt einen KI-Service-Desk, an den sich Unternehmen mit Fragen zur Umsetzung wenden können. Dazu kommen die angekündigten Reallabore, in denen sich neue Anwendungen unter Aufsicht erproben lassen, gedacht vor allem für kleinere Betriebe, die sich für solche Fragen keine eigene Rechtsabteilung leisten können. Das Angebot richtet sich ausdrücklich an den Mittelstand.

Ab jetzt kann die Aufsicht Bußgelder verhängen: Bei verbotenen KI-Praktiken reicht der Rahmen bis zu 35 Millionen Euro oder 7 Prozent des weltweiten Jahresumsatzes, bei Verstößen gegen die Transparenzpflichten bis zu 15 Millionen Euro oder 3 Prozent. Für kleine und mittlere Unternehmen sowie für die neuen Small Mid-Caps gilt jeweils der niedrigere der beiden Beträge. Damit schrumpfen die Schlagzeilenzahlen für die meisten Unternehmen erheblich zusammen.

Man sieht die neuen Regeln inzwischen im Netz: Chatbots weisen deutlich häufiger darauf hin, dass hier eine KI antwortet. Unter KI-generierten Bildern stehen Kennzeichnungen, wo vor zwei Wochen noch keine waren. Das ging schnell.

Die nächsten Termine stehen schon fest

Nach einem Stichtag ohne (echte) Folgen denkt man leicht, die Aufregung sei übertrieben gewesen. Die nächsten Termine stehen allerdings schon fest, nämlich der 2. Dezember 2026 für die Kennzeichnung älterer KI-Inhalte und der 2. Dezember 2027 für die Hochrisiko-Pflichten. Schwerer wiegt etwas anderes. Eine Transparenzpflicht lässt sich nicht abarbeiten wie ein Projekt, sie muss sich als Gewohnheit einspielen, und dafür ist der Moment jetzt günstig, solange das Thema im Haus präsent ist und niemand erst nachfragen muss, worum es ging.

Rober Iuga Portrait

Robert

Digital Transformation Manager

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